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Messen während der Corona-Krise durchführen

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Update: 21.01.2022

In den vergangenen zwei Jahren stand die gesamte Messe- und Eventbranche auf dem Kopf. Zwischenzeitlich konnten aufgrund von Lockdowns gar keine Veranstaltungen stattfinden können. Was gibt es jedoch zu beachten, wenn die Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen? Worauf müssen die Veranstalter und die Aussteller achten?

Die Veranstaltungsbranche ist sich der großen Verantwortung für ihre Besucher, Kunden und Partner sehr bewusst. Die Besuchersicherheit und der Arbeitsschutz spielen bereits seit vielen Jahren, weit vor der aktuellen Krise, eine zentrale Rolle bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Folgende Punkte und Regeln sind von großer Bedeutung:

 

Inhaltsverzeichnis

1 Corona-Verordnungen der Länder

1.2 Gesundheitsnachweis auf Messen

2 Einhalten von Mindestabständen

3 Hygienekonzept auf Veranstaltungen

    3.1 Hygienekonzept auf Messen

4 Bewirtung auf Messen

    4.1 Umgang mit Cateringequipment

5 Fazit zur Durchführung von Messen während der Corona-Krise

 

1. Corona-Verordnungen der Länder

Die Richtlinien für die Durchführungen von Messen sind abhängig von der aktuellen Infektionslage im jeweiligen Bundesland. Die Zugangsvoraussetzungen für Messebesucher können sich daher je nach Bundesland stark voneinander unterschieden, wie die untenstehende Grafik darstellt.

Messen in der Corona-Krise

Quelle: AUMA, https://www.auma.de/coronaverordnungen, Letzter Zugriff: 21.01.2022

 

1.2 Gesundheitsnachweis auf Messen

Aktuell können aufgrund der hohen Infektionszahlen in einigen Bundesländern keine physischen Messen stattfinden. In anderen Bundesländern wiederum gelten 3G bzw. 2Gplus-Regeln. Messen können grundsätzlich durchgeführt werden, wenn sichergestellt werden kann, dass während der gesamten Dauer einer Veranstaltung (Aufbau, Durchführung, Abbau) alle involvierten und anwesenden Personen (Veranstaltungsbesucher sowie alle im Rahmen der Veranstaltung beschäftigten Dienstleister, Mitarbeiter etc.) nachweislich nicht ansteckend mit COVID-19 sind bzw. bereits eine Immunität im Vorhinein erlangt haben. Dieser Nachweis erfolgt durch einen Corona-Test, der am Vorabend durchgeführt wird. Alternativ kann ein Test (Schnelltest), der direkt vor Ort der Fachmesse durchgeführt wird, als Nachweis dienen. 

Grundsätzlich müssen alle involvierten und anwesenden Personen ihren Mund-Nasen-Schutz bei sich führen und im Störungsfall (z.B. bei Evakuierung, Brandfall etc.) den Aufforderungen des anwesenden Ordnungspersonals der Fachmesse oder des Fachkongresses folgen. Der Veranstalter muss zusätzlich ausreichend Mund-Nasen-Schutz vorhalten und bei individuellem Bedarf bereits beim Zugang zum Veranstaltungsort aushändigen.

 

2. Einhalten von Mindestabständen

Einhalten von Mindestabständen auf Fachmessen nach dem Corona-Shutdown

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einhaltung von Mindestabständen auf den Fachmessen. Der vorgegebene, allgemein gültige Mindestabstand von 1,5m zwischen Personen muss zu jeder Zeit gewährleistet und kontrollierbar sein.

  • Auf allen Aufenthaltsflächen einer Messe, in denen Messebesucher sich für einen Zeitraum aufhalten können und von einem höheren Risiko des längerfristigen Personenkontaktes ausgegangen werden muss, muss der Abstand eingehalten werden. Beispiele sind hierfür u.a.: Vortragsbereiche, Cateringbereiche, Akkreditierung, Garderobenflächen, Sanitäranlagen.

  • Für Fachmessen müssen nach gültigen Vorschriften entsprechende Veranstaltungspläne (Bestuhlungspläne) erstellt werden, die den zuständigen Behörden zur Abstimmung vorgelegt werden.

  • Der Veranstaltungsort ist, sofern möglich, in Zonen (oder Räume) zu unterteilen, um eine kontrollierte Verteilung der Besucher zu erreichen. Hierzu ist ein Konzept für das Besucherstrommanagement zu entwickeln, um Flächenüberlastungen, Staus oder eine hohe Personendichte zu vermeiden. Der Zugang zu den Zonen muss kontrolliert werden.

  • Sitzplatzanweiser unterstützen das kontrollierte Befüllen und Entleeren von Sitzbereichen.

  • Eine Kapazitätsplanung im Vorfeld kann hierbei unterstützen (Vorabanmeldung für einzelne Vorträge) ebenso der Einsatz von u.a.: Akkreditierungs-, Zugangskontrollsysteme, anonyme Temperaturmess- und Gast-pro-Fläche-Messsysteme, Vereinzelungssysteme vor Zu- und Ausgängen oder Infosysteme bei Flächenüberlastung.

  • Zusätzlich zu geeigneten Bestuhlungsplänen ist in Bereichen, in denen es zu Schlangenbildungen kommen kann (z.B. Zugang zum Vortrag, Eingänge etc.) durch Personal und Einrichtungen (z.B. Personenlenkung, Absperrbänder) der Mindestabstand zu gewährleisten und zu kontrollieren. Getrennte Ein- und Ausgänge auf der Fachmesse sind anzustreben. Diese sind ausreichend zu kennzeichnen.

  • Die Abstandsregelungen müssen während der gesamten Dauer der Fachmesse (Aufbau, Veranstaltung, Abbau) für alle involvierten und anwesenden Personen (Veranstaltungsbesucher sowie alle im Rahmen der Veranstaltung beschäftigten Dienstleister, Mitarbeiter, Künstler) durch zuständiges Personal gewährleistet und kontrolliert werden.

Sollte in einer Situation die Gefahr drohen, dass die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, ist von allen anwesenden Personen umgehend der mitgeführte Mund-Nasen-Schutz anzulegen, wenn dieser nicht grundsätzlich vorgeschrieben ist.

 

3. Hygienekonzept auf Veranstaltungen

Ein wichtiger Punkt stellt in diesen neuen Zeiten die Hygiene dar. Grundsätzlich sind folgende Maßnahmen am Veranstaltungsort zu treffen:

  • Reinigung und Desinfektion der Handkontaktflächen: Sämtliche Handkontaktflächen sind vor Beginn der Veranstaltung desinfizierend zu reinigen. Hierbei sind insbesondere die Türklinken, Tischoberflächen (insbesondere im Cateringbereich), Griffelemente an Stühlen etc. zu berücksichtigen. Die desinfizierende Reinigung muss mechanisch erfolgen.

  • Handkontaktflächen mit intensivem Handkontakt im Laufe eines Tages sind mehrfach zu desinfizieren. Vor Veranstaltungsbeginn ist die Frequenz dieser Desinfektions-Arbeiten genau festzulegen. Bei mehrtägigen Veranstaltungen müssen die Reinigungs- und Desinfektions-Arbeiten am Ende des jeweiligen Veranstaltungstages stattfinden.

  • Reinigung und Desinfektion der Bodenflächen: Bodenflächen müssen arbeitstäglich und bei großem Personenaufkommen zusätzlich nach optischem Verunreinigungsgrad gereinigt werden. Eine Desinfektion dieser Flächen ist nicht erforderlich.

  • Reinigungs- und Desinfektionsplan: Es ist ein Reinigungs- und Desinfektionsplan zu erstellen, aus dem klar hervorgeht, welche Oberflächen von welchem zuständigen Personal wie häufig und womit gereinigt bzw. desinfiziert werden.

  • Desinfektionsmaßnahmen der anwesenden Personen bei Zutritt zum Veranstaltungsort: Alle Mitarbeiter desinfizieren sich vor Dienstbeginn die Hände. Alle Veranstaltungsbesucher desinfizieren sich im Rahmen der Registrierung die Hände.

 

3.1 Hygienekonzept auf Fachmessen

Für Messen muss zusätzlich ein umfassendes Hygienekonzept durch eine Fachkraft erstellt werden. Folgende Punkte sind hierbei zu erfüllen:

  • Anwesenheit eines Hygienebeauftragten während der gesamten Veranstaltung.

  • Erstellung eines zusätzlichen Veranstaltungs-Hygienestandardplanes

  • Monitoring und Evaluation der Einhaltung des Veranstaltungs-Hygienestandardplanes und der Management-Prozess-Abläufe vor, während und nach der Veranstaltung.

4. Bewirtung auf Messen

Bewirtung auf Fachmessen nach dem Corona-Shutdown

Durch den Einsatz eines Hygienebeauftragten wird ein hoher Hygienestandard nach einem zu erstellenden Konzept und den für den jeweiligen Betrieb gültigen ISO-Normen bei der Bewirtung auf einer Fachmesse sichergestellt. Speisen und Getränke werden vorportioniert und verschlossen angeboten. Bei offenen Speisen sind Spuckschutzwände einzusetzen, der Mund-Nasen-Schutz anzuwenden sowie Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Ansonsten ist nur die Ausgabe versiegelter Speisen möglich. Eine Selbstbedienung ist ausgeschlossen.

Während des Essens müssen die Abstandsregeln eingehalten werden. Es sind dezentrale Ausgabestellen einzuplanen, um einer zu hohen Personendichte entgegenzuwirken. Wenn dies räumlich nicht möglich ist, ist nur Tischservice zulässig. Die Bestuhlung ist derart auszuführen, dass während des Essens der Mindestabstand gewährleistet ist.

 

4.1 Umgang mit Cateringequipment

  • Wiederverwendbare Geschirr- und Besteckteile sowie Gläser und weiteres Cateringequipment muss grundsätzlich in Spülmaschinen mit über (> 70°C) aufbereitet werden.

  • Handgeschirrspülbecken sind nicht erlaubt.

  • Selbstbedienungsstationen sind nur für einzeln verpackte Geschirr- und Besteckteile zulässig.

5. Fazit zur Durchführung von Messen währen der Corona-Krise

Zusammenfassend ergibt sich durch die neue Situation, nach dem großen Shutdown, ein erheblicher Mehraufwand für alle Beteiligten, Austeller und Veranstalter. Die Mehrkosten durch die neuen Regeln, die am Messestand entstehen, trägt der Austeller. Alle anderen Kosten der Veranstalter.

Die neuen Regeln geben allen Beteiligten die Sicherheit und den Schutz, dass die Messen und Fachkongresse ohne gesundheitliche Risiken durchgeführt werden können. Denn das Gespräch mit unseren Kunden zeigt, dass der Wunsch nach persönlicher Kommunikation und dem persönlichen Gespräch, nach Wochen des Shutdowns und des Social-Distancing größer denn je ist. Daher nehmen die Austeller die neuen Regeln gerne in Kauf/ bzw. müssen so angenommen werden. Um wieder einen Schritt zurück in die Normalität zu gelangen.

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