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Messeauftritt nach der Corona Pause

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Laut Erhebungen des AUMA, dem Verband der deutschen Messewirtschaft, können die aktuellen Messe-Absagen zu gesamtwirtschaftlichen Verlusten von bis zu 9.3 Milliarden Euro führen, knapp 80.000 Arbeitsplätze sind gefährdet und dem Staat entgehen 1.5 Milliarden Steuereinnahmen. In dieser Erhebung waren die ausgefallenen Messen von Anfang März bis Ende August 2020 berücksichtigt, noch nicht darüber hinaus! Doch wie sieht der Messeauftritt nach der Corona Pause aus?

Wie man schnell erkennen kann, ist die Messe ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig. Ohne Messen gäbe es keine Innovationsshows, wobei viele Unternehmen mit ihren Innovationen genau auf den Messeauftritt auf der Leitmesse abzielen! Auf der Strecke bleibt die Kernfunktion des Events:

  • Die direkte Kommunikation zu Ausstellern, Interessenten und Kunden,
  • die Habtik von Exponaten und Ausstellungsstücken,
  • die Ansprache aller Sinne während eines Messebesuchs.

Die Gesamtwahrnehmung und Stimmung kann letztendlich nicht nur durch virtuelle, digitale Messelösungen gestillt werden. Das sind zwar längst fällige, digitale Ergänzungen, die ein Messebauer bzw. sein Kunde im Programm haben muss, um den Vertriebskanal Messe auch innovativ zu nutzen. Jeder, der schon einmal ein Konzert besucht hat, kennt den Unterschied zum Stream oder der CD. Da fehlt die positive Gesamtschwingung des Erlebnisses! Auch wenn diverse Lockerungs-Maßnahmen geplant bzw. eingesteuert sind, bleibt damit nichts, wie es in den Messehallen einmal war.

 

Messebeteiligung unter strengen Hygienebestimmungen

Die neue Situation wird Aussteller, Veranstalter, Vermieter der Messelocations, Logistiker, Caterer und die kompletten Zulieferer, Dienstleister und natürlich auch den Besucher, vor ganz neue Herausforderungen stellen.

Wie sieht er denn nun aus, der „analoge“ Messestand der Zukunft? In einer Zeit, in der sich nicht nur die Gesellschaft und die Arbeitswelt sich verändert. Als Unternehmer, Aussteller, Vertriebsverantwortliche, Marketingverantwortliche, Eventmanager, Veranstalter, Betreiber von Messegeländen, Agenturen, Messebau-Unternehmen. Müssen Sie natürlich mindestens die aktuell verordneten Hygienevorschriften einhalten.

In Asien fanden bereits einige Messen statt. Auf den Bildern und Videos war klar ersichtlich, dass alle Teilnehmer einen Mund-Nasenschutz tragen. Ok, Asiaten sind das auch etwas mehr gewohnt als wir und dies bei jeder Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Aber auch in Europa werden wir uns wohl an einen Mund-Nasenschutz während eines Messebesuchs gewöhnen müssen. Doch welche Auswirkungen hat das auf den Messeauftritt, das Personal, die Besucher, die Kosten, den Erfolg der Messebeteiligung, die Gesundheit? Wir werden es erfahren müssen.

 

Viele Lösungen für Messen dürfen auf diese Fragen erarbeitet werden:


  • Ab welcher Größe einer Messe bedarf es einer elektronischen Zugangsregelung, die ventuell über eine App gesteuert wird?
  • Müssen die Hallenaufmaße ganz anders sein? Gilt es Sicherheitszonen oder Wartebereiche auf dem Messegelände einzuplanen?
  • Muss es Gruppen- und Besucherführungen geben und wenn ja, wie sollen diese aussehen?
  • Reichen normale Hygienevorschriften aus?
  • Müssen wir uns bei zukünftigen Messebesuchen an Schutzmasken gewöhnen, evtl. bedruckt, damit man uns auch erkennen kann? ;-) Ist der persönliche Austausch durch evtl. Maskenpflicht eingeschränkt ?
  • Welche Erwartungen werden Besucher und Aussteller an die Messen nach der Corona Pause haben?
  • Werden Messestände größer oder kleiner und werden Besprechungskabinen noch benötigt? Muss der Versorgungsbereich/ Kabine/ Lager im Hintergrund ganz anders geplant werden?
  • Ist der "Ort der Begegnung" am Messestand/ die Plattform zur Geschäftsanbahnung/ die Erlebnisfläche stärker eingeschränkt durch 1,5 Meter Abstand?
  • Werden "Spuckschutzwände" im Kommunikationsbereich, Empfang, Bar, Sitzgruppen aufgebaut sein? Welche Auswirkungen hat das?
  • Wie verteilt man das Marketingbudget? Bisher war der Vertriebskanal Messebeteiligung und Live-Kommunikation unter den TOP 3 bei den Vertriebs- und Marketingverantwortlichen!
  • Nutzen die 2.4 Millionen Entscheider in deutschen Unternehmen und Instituten weiterhin den Messebesuch als Informations- und Austauschplattform?

 

Fazit zum neuen Messeauftritt nach der Corona Pause

Wenn jemand diese vielen Herausforderungen meistern kann, dann sind es wir Menschen der Veranstaltungsbranche. Wir sind es gewohnt, flexibel, innovativ und kreativ zu agieren, egal unter welchen Umständen, wenn man uns dann wieder lässt. Der Vertriebskanal Messe muss nach der Corona Pause schnellstens wieder aktiviert werden, nur dann wird ein wirtschaftlicher Neustart national und international erfolgreich sein. Wie heißt es doch immer so schön:

Messen sind Spiegelbilder der Märkte!