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Gestaltung von virtuellen Showrooms

Gestaltung von 2D und 360° Renderings für virtuelle Showrooms

Mein Name ist Hasan und ich bin seit August 2021 bei der WWM im Team der Metapilots als Junior 3D-Artist eingestellt. Dort mache ich meine Ausbildung zum Mediengestalter. Aufgrund meiner Begeisterung für Gaming Welten, hat mich der Bereich der 3D-Gestaltung schon immer interessiert. Durch die virtuellen Showrooms konnte ich einen tieferen Einblick in den Workflow und den Möglichkeiten der 3D-Gestaltung gewinnen. In der Vergangenheit war mir nicht bewusst wie realitätsnah Renderings aus einer 3D-Software sein können.

Teilweise ist man nicht mehr in der Lage ein Rendering von der Realität zu unterscheiden.
In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen Tipps und Tricks bezüglich virtueller Showrooms und deren Gestaltung mit auf den Weg geben.

Dabei will ich mich in diesem Beitrag lediglich auf die Erstellung von „Renderings“, also Computer generierten Bilddateien, beschränken. Bei der Gestaltung von richtigen 3D-Umgebungen müssen neben der Gestaltung auch die Performance berücksichtigt werden, die einen Einfluss auf die Möglichkeiten in der Gestaltung haben. Bei virtuellen Showrooms, die auf Renderings basieren, ist die Größe der Bilddatei ausschlaggebend, die widerrum einfach komprimiert werden kann.

Falls Ihnen der Begriff virtueller Showroom noch nicht so viel sagt, empfehle ich Ihnen den Blogartikel meiner Kollegin Christina, die Ihnen genaueres über die Thematik erklärt: Virtueller Showroom - Die Produktpräsentation der Zukunft

 

360°-Umgebung vs. 2D-Rendering

Oftmals sind bei der Gestaltung von virtuellen Showrooms keine Grenzen gegeben. Man ist in der Lage einen klassischen Raum mit Infopunkten und Bildschirmen zu erstellen oder man kann sich auch den Gesetzen der Natur widersetzen und schwebende Bildschirme und futuristische Objekte einsetzen, die aktuell noch nicht realisierbar sind.
Diese Showrooms kann man simpel als ein 2D-Bild erstellen oder auch als eine 360°-Umgebung. Bei einem 2D-Bild ist man nur auf das Bild in einer Ebene beschränkt wohingegen eine 360°-Umgebung einem viel mehr Möglichkeiten bietet Informationen einzubringen und auch gestalterisch hat man mehr Freiraum.

An dieser Stelle ein paar Vorteile zu den Umsetzungsmöglichkeiten:

 

2D Rendering:

  • Kompakt und alles auf einem Blick, da sich alle Info- und Wegpunkte auf einem Bild befinden

  • Einfache Bedienung durch anklickbare Infopunkte, die Informationen wie  PDFs oder Webseiten öffnen und mithilfe von anklickbaren Wegpunkten gelangen Sie zu einem neuen Raum bzw. einem neuen Rendering

  • Schnell aufrufbar aufgrund der geringeren Datengröße

  • Günstiger als ein 360° Rendering

Virtueller Showroom mit einem 2D Rendering

 

360° Umgebung:

  • Einfache Bedienung, da man sich durch die 360° Umgebung mithilfe von Infopunkten und Wegpunkten durchklicken kann

  • Große Umgebung und somit viel Raum zum Einbringen von Informationen

  • Durch das Format (Panorama) erhält man einen innovativen Webauftritt und man kann sich spielerisch durch die Räumlichkeiten navigieren

  • Längere Verweildauer im Showroom aufgrund der Interaktivität

  • Größerer Aufwand in der Gestaltung

  • Teurer als ein 2D Rendering

Virtueller Showroom als 360° Rendering

 

Vom Template zu einer individuellen virtuellen Show

Bevor man mit der Gestaltung der 3D-Umgebung startet, empfehle ich Ihnen ein Lastenheft anzulegen, in der Sie alle funktionalen Anforderungen an die virtuelle Show dokumentieren. Darunter zählen unter anderem:

  • was überhaupt realisiert werden soll,

  • welche Content Elemente eingebracht werden müssen,

  • Anforderungen an die Qualität,

  • ein Moodboard mit Ideen, die Sie gerne unbedingt in die Szene einbringen möchten,

Die meisten Showrooms basieren auf fertigen Template Vorlagen. Der große Vorteil eines Templates ist der enorme Zeitgewinn, da man nicht etwas von 0 aufarbeiten muss und die dadurch eingesparten Kosten. Hier ein paar Beispiele aus unserer Template Präsentation:

 

Virtueller Showroom von Kautex

Vorher

virtueller-showroom-kautex-vorher

 

Nachher

virtueller-showroom-kautex-nachher

 

Virtueller Showroom von Kuraray

Vorher

virtueller-showroom-kuraray-vorher

 

Nachher

virtueller-showroom-kuraray-nachher

Wie man anhand der Bilder sehen kann, sind große sowie auch kleinere Änderungen problemlos möglich.

Es gibt diverse Websites, die verschiedene 3D-Templates zum Download anbieten (kostenpflichtig, aber auch teilweise kostenlos), auf der Sie Ihre virtuelle Show aufbauen können. Wenn Sie nach etwas Bestimmtem suchen, empfehle ich Ihnen die Website www.turbosquid.com zu durchstöbern. Sollte Ihnen keins der Templates gefallen, ist es auch möglich eine Szene von Anfang an selbst zu gestalten.

 

Do's und Don'ts bei der Gestaltung von virtuellen Showrooms

Kommen wir nun zur Gestaltung: Wie oben bereits erwähnt, sind in der 3D-Gestaltung fast keine Grenzen gegeben. Man ist in der Lage Szenen weit von der Realität entfernt zu gestalten. Allerdings muss man auch hier auf grundlegende, gestalterische Aspekte achten, wie zum Beispiel der Farbharmonien und Typografie.

Im nächsten Schritt will ich Ihnen ein paar Tipps geben, die Ihnen helfen können, eine ansprechende virtuelle Show zu gestalten.

 

 1. Template Entscheidung: 2D oder 360°-Rendering?

Bevor man sich für ein 3D-Template entscheidet, muss man sich die Frage stellen, was man alles in der Szene unterbringen will und ob das Template dafür geeignet ist. Wollen Sie eine einfache und schlichte Produktpräsentation oder doch eine umfangreiche virtuelle Show? Sie können jedes Template als 2D-Rendering oder 360°-Rendering umsetzen.

 

 Don't:

Wenn man anfängt die Szene mit all den Informationen und Infopunkten zu überfüllen, kommt irgendwann der Moment, wo der Gesamteindruck drunter leidet, da es einfach zu viel wird. Der Besucher ist dann nicht mehr in der Lage die Masse der Informationen zu verarbeiten und ist im schlimmsten Fall schwindet sogar das Interesse. Verhindern Sie die Platzierung von zu viel Content auf einem Rendering, insbesondere bei 2D-Renderings.

Wie man dies verhindern kann?

 

Do:

Vor der Gestaltung empfehle ich Ihnen den Content, der eingebracht werden soll, thematisch zu gliedern. Für jedes dieser Themengebiete können einzelne Renderings erstellt werden und die Überladung eines einzelnen Renderings verhindern. Außerdem wird beim Benutzer die Neugier beim Durchstöbern einzelner Räume geweckt. 😉

Eine andere Lösung wäre es das Format zu ändern und auf eine 360°-Umgebung umzusteigen (falls Sie geplant hatten eine 2D-Show zu erstellen), da diese allgemein mehr Fläche für Content bieten.

 

2. Designsprache

Zunächst einmal die Definition von  „Designsprache“ im Bezug auf 3D-Umgebungen: In einer 3D-Szene wird ein gewünschter Effekt mithilfe der Materialien (z.B. Holz, Marmor etc.) oder ihrer Form (rund, eckig etc.) erzielt.

Bei Materialien spielen Beschaffenheit und das Design eine wichtige Rolle. Eine Szene wirkt mit Holz einladender und wärmer, wohingegen helle Marmorflächen clean und kühl sind. Je nach Stimmung ist eine Kombination verschiedener Materialien von Vorteil. Des Weiteren muss auch die Formensprache Beachtung finden. Ovale und runde Formen wirken auf den Besucher einladend, klare Formen und Kanten hingegen bieten einen guten Kontrast, um Ihr Produkt optimal zu präsentieren.

Typografie und eingesetzte Farben sollten auch berücksichtigt werden. Serifenlose Schriften, wie die bekannte „Arial“ wirken sehr clean und modern, wohingegen spielerische Schriften wie „Handschriften“ eine bestimmte Stimmung/Wirkung übermitteln können.

Diese Aspekte, insbesondere die der Formsprache, sollten Sie auch bei der Auswahl des 3D Templates berücksichtigen.

 

Don't:

Ich empfehle Ihnen nicht zu viele verschiedene Materialien einzusetzen. Insbesondere bei verschiedenen Holzarten entsteht schnell ein Ungleichgewicht in einer Szene. Falls Sie Grafiken und/oder Illustrationen haben, die Sie gerne unterbringen möchten (z.B. als Material für eine Rückwand), achten Sie darauf, dass diese bei der Designsprache mitberücksichtigt werden.

 

Do: 

Wollen Sie einen futuristischen Showroom haben? Dann empfehle ich Ihnen mit wenig Holz zu arbeiten und Gegenstände bzw. Objekte einzusetzen, die eine runde Formensprache aufweisen. Weiße klare Oberflächen wirken sehr futuristisch in Kombination mit einer runden Formensprache.

runde-designsprache-von-showrooms

 

Eckige Formen hingegen können sehr modern wirken. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Begriff „modern“ stetig im Wandel ist. Hier empfiehlt sich eine Kombination aus Holz und eher dunkleren Oberflächen. Holz wirkt sehr einladend und „gemütlich“.

eckige-designsprache-von-showrooms

 

3. Persönliche Avatare

Personen bzw. Avatare machen einen Showroom lebendiger. Auch hier haben wir eine große Auswahl an diversen Avataren, die wir Ihnen präsentieren können.

 

Don't:

Vermeiden Sie willkürlich eingesetzte Avatare. Auch wenn man sich wünscht sein Event ist voller Menschen, sollte man vermeiden, dass die Szene überfüllt von Avataren ist. Ab einem bestimmten Punkt wird es nur noch so aussehen, als wären die Avatare Platzfüller.

 

Do:

Bei der Avatar Auswahl sollten Sie versuchen eine möglichst diverse Auswahl an Avataren einzusetzen. Damit Ihr virtueller Showroom individueller wird, kann man sogar eine individuelle Ansprechperson von Ihrem Unternehmen in den Empfang einbauen. Dafür benötigen wir lediglich ein passendes Foto.

virtueller-showroom-avatare

 

4. 3D Scans

Genau so wie individuelle Avatare können Sie eigene 3D-Scans von ihren Produkten und/oder Maschinen in die virtuelle Umgebung platzieren.

 

Don't: 

Die 3D-Scans können auch schnell ins Auge fallen, wenn diese nicht richtig erstellt wurden. Oftmals haben wir 3D-Scans von Produkten und Maschinen erhalten, deren Polygonstruktur (Feinheit der 3D Modelle) unzureichend ist. Dies fällt dann sofort auf, wenn diese in eine Szene platziert werden bei der die Objekte eher eine höhere Qualität aufweisen. Grob kann man sagen, dass je feiner die Polygonstruktur eines 3D-Modells ist desto höher ist die Qualität.

 

Do:

Ich empfehle bei 3D-Scans von Ihren Produkten und Maschinen darauf zu achten, dass die 3D-Modelle fein genug sind, sodass man keine Polygonstruktur mehr erkennen kann. Eine feinere Polygonstruktur ist nicht notwendig und eigentlich sogar nicht erwünscht, da die 3D-Dateien unnötig größer werden.

virtueller-showroom-3d-scans

 

5. Eyecatcher

Obwohl ein virtueller Showroom an für sich ein Eyecatcher ist, kann man mit einigen simplen und einfachen Tricks diesen aufwerten.

 

Don't:

Die Schwierigkeit bei Eyecatchern ist es, dass einzelne Elemente so sehr in den Vordergrund gestellt werden, dass der restliche virtuelle Showroom komplett untergeht und an Bedeutung verliert.

 

Do:

Wollen Sie einen bestimmten Bereich oder ein bestimmtes Objekt in den Vordergrund stellen? Durch passende Beleuchtung, die auf den Bereich bzw. auf das Objekt gerichtet ist, wird Interesse beim Besucher geweckt. Passend zum Thema Beleuchtung empfehle ich Ihnen auch gezielt Grafiken oder Objekte zu hinterleuchten.

Ein weiterer Eyecatcher sind Animationen in einem virtuellen Showroom. Durch simple Animationen, wie zum Beispiel ein Produkt, welches sich dreht, wird sofort die Aufmerksamkeit des Besuchers erweckt. Da Animationen allerdings eine größere Speichergröße besitzen, sollte man hier darauf achten, diese gezielt einzusetzen und nicht in Massen.

virtueller-showroom-eyecatcher

 

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen:

  • Bevor Sie sich für ein Template entscheiden, teilen Sie Ihren Content in zusammenhängende Unterbereiche und treffen Sie Ihre Entscheidung anhand der Quantität des Contents.

  • Welchen Eindruck soll Ihr Showroom übermitteln? Falls Sie das schon definiert haben, ist die Auswahl der Materialien einfacher.

  • Typografie, eigene Grafiken und Illustrationen sollten mit auf die Designsprache des verwendeten Templates und des Mobiliars in der 3D-Szene abgestimmt sein.

  • Falls Sie eigene 3D-Modelle oder Avatare haben, wird Ihr virtueller Showroom individueller und persönlicher.

  • Gezielt eingesetzte Beleuchtung und Hinterleuchtung können einen virtuellen Showroom aufwerten, indem die wichtigen Elemente in den Vordergrund gestellt werden.

Das waren jetzt ein paar Tipps, die Ihnen bei der Erstellung einer innovativen virtuellen Show helfen können. Gerne können Sie sich auch von bereits erstellten virtuellen Shows für andere Kunden inspirieren lassen. Zu unseren Projekten

Und falls Sie noch Fragen haben: Schreiben Sie uns doch gerne einen Kommentar. Ich werde ihnen so schnell wie möglich darauf antworten!

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