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Digitaler Messestand - Widerspruch oder Realität

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Update: 12.01.2021

Aktuell geistern Begriffe wie der digitale Messestand oder der virtuelle Messestand durch die Welt. Dieser Artikel bringt Klarheit in den Unterschieden, beschreibt den digitalen Messestand näher und zeigt die Implikationen für die Zukunft des Messebaus.

Digitaler Messestand vs. Virtueller Messestand

Zunächst erscheinen die beiden Begriffe nicht trennscharf. Ist denn ein digitaler Messestand nicht das gleiche wie ein virtueller Messestand – so werden doch die Begriffe oftmals synonym verwendet.

 

Virtueller Messestand

Der virtuelle Messestand ist angelehnt an die Begrifflichkeit der Virtual Reality (deutsch: virtuelle Realität). Er ist damit nicht real vorhanden und existiert nur in der virtuellen Welt. Die virtuelle Welt fand Ihren Ursprung in der 2003 gegründeten Online-3D-Infrastruktur „Second Life“. In dieser virtuellen Welt konnten Menschen – repräsentiert durch sogenannte Avatare – miteinander interagieren, spielen oder einfach nur kommunizieren. Später wurde der Begriff durch Technologien aus dem Bereich VR (kurz für Virtual Reality) geprägt. Vorreiter waren hier insbesondere VR-Brillen, wie die Rift von Oculus, ein Unternehmen das später von Facebook gekauft wurde. Sinn und Zweck der Technologien bleibt aber der gleiche, nämlich es dem Menschen ermöglichen in eine virtuelle Welt (ggfs. über unterstützende Technologien) einzutauchen.

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Digitaler Messestand

Auf der anderen Seite finden der digitale Messestand seine Anwendung in der realen Welt und beschreibt die Nutzung von digitalen Technologien, um den Messestand in der realen Welt mit digitalen Medien anzureichern. Dabei ist die Nutzung von digitalen Technologien im Messebau nicht neu – so werden schon lange Bildschirme oder andere Technologien zur Wiedergabe von digitalem Content für Messestände genutzt. Der digitale Messestand in Reinform geht aber einen Schritt weiter, denn er verzichtet komplett auf analogen Content und nutzt ausschließlich digitale Technologien zur Wiedergabe von Content.

Digitaler Messestand

 

Digitaler Messestand: Vorteile und Nachteile

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben setzt der digitale Messestand auf die ausschließliche Verwendung von digitalen Technologien zur Wiedergabe von Medien. Zum aktuellen Stand der Technik sind dies sogenannte LED-Paneele, die wie Bausteine zu einem Messestand zusammengebaut werden können.

LED-Paneelen des digitalen MessestandAufgrund der unterschiedlichen Formen dieser Bausteine (gerade, rund) sind sowohl der Architektur als auch der Größe und Ideen von digitalen Messeständen keine Grenzen gesetzt. In der Vergangenheit wurden diese Technologien aufgrund der hohen Kosten nur zum Teil, als Ergänzung zu bestehenden Messekonzepten, eingesetzt.

 

Mit neuen Technologien (Lot, Streaming) im Bereich der Zuspielung von Content bietet sich der Einsatz dieser Technologien nun aber auch im Bereich der kleinen Messestände an. Dabei kann man dies sogar auf die Spitze treiben und vollständig auf analogen Content (konventionell gedruckte Grafiken) verzichten. D.h. der gesamte Content (Branding, Werbebotschaften, etc.) wird in diesem Fall digital eingespielt. Ihre digitalen Messestand Ideen können wie im Print-Bereich individuell hergestellt und umgesetzt werden.

 

Digitaler Messestand: Vorteile

  • Keine Investitionskosten für analoge Grafiken
  • Verkürzte Vorbereitungszeit, da keine Grafiken produziert werden müssen
  • Multimedialer Content in Form von Videos
  • Agile Anpassung des Contents auf die Zielgruppe
  • Nachhaltiger Messebau durch keine individuelle Produktion

 

Digitaler Messestand: Nachteile

  • Hohe Investitionskosten für LED-Module
  • Höhere Transportkosten aufgrund des Gewichts der LED-Module
  • Qualifiziertes Personal für Medieneinspielung erforderlich

 

Der digitale Messestand als Grundlage für EaaS (Exhibition-as-a-Service)

Die heutige Zeit ist geprägt von der Überführung von Kauf-Produkten in Miet-Produkte. D.h. die Wandlung in Dienstleistungen. Dies geht oftmals einher mit der Begrifflichkeit „as-a-Service“. Der erste und prominenteste Vertreter dieser Kategorie ist das sogenannte SaaS (Software-as-a-Service).

Dabei wurde der ursprüngliche Kauf von Software-Lizenzen und deren Installation auf eigenen Servern in eine Dienstleistung überführt, bei der der Kunde nur noch für die Nutzung der Software bezahlen muss.

Dieser Ansatz ist prädestiniert zur Lösung des Konflikts zwischen den Vorteilen und Nachteilen des digitalen Messestandes. Denn auch hier gilt es den Konflikt von hohen Investitionskosten und dedizierten Know-how zur Installation und den Nutzungspotentialen der Lösung auszugleichen. Der „aaS“ Semantik folgend würde man dies EaaS (Exhibition-as-a-Service) nennen und der digitale Messestand wäre der Protagonist. 

Dies sind die Kernmerkmale einer solchen Lösung:

Technologie des digitalen Messestands:

Der digitale Messestand ist also zunächst eine Technologie, die den kompletten Standbau eines Messestandes aus digitalen Werbeträgern ermöglicht.

Miete eines digitalen Messestands:

Der gesamte digitale Messestand wird für die Veranstaltung gemietet. Damit entfallen die hohen Investitionskosten für den Nutzer. Auch die anteiligen Mietkosten sind durchaus gering, da der Stand im Rahmen des Pooling-Effektes sehr häufig an unterschiedliche Aussteller vermietet werden kann.

Service für einen digitalen Messestand:

Der Aussteller muss nur den digitalen Content bereitstellen. Der Dienstleister kümmert sich nicht nur um die Logistik und Montage des digitalen Messestands, sondern auch um die Einspielung oder das Streaming dieses Contents auf den digitalen Messestand.

 

Durch die Kombination von Technologie, Miete und Service entsteht damit die Grundlage für Exhibition-as-a-Service oder kurz „EaaS“. Dies beschreibt die Möglichkeit einer kompletten Online-Beauftragung eines Messestandes zu variablen Kosten. D.h. mit dem Messeauftritt sind keine Investitionskosten aufgrund der Produktion von individuellen Komponenten verbunden. Das einzig Individuelle ist der Content des Ausstellers. Diesen kann er wie die Konfiguration des gewünschten Standes online übermitteln.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zum digitalen Messestand.

 

Zusammenfassung zum digitalen Messestand

  • Der digitale Messestand ist eine Technologie, die es ermöglicht einen gesamten Messestand als digitalen Content-Träger zu bauen.
  • Die Nutzung dieser Technologie wird aufgrund der hohen Investitionskosten in Zukunft im Rahmen eines Service-Konzeptes (Miete, Dienstleistung) erfolgen.
  • Die Technologie und der Service werden eine neue Lösung schaffen – die sogenannten Exhibition-as-a-Service (EaaS). Dies ermöglicht die komplette Online-Planung und Ausführung eines Messestandes zu variablen Kosten.