Kosten sparen bei der Messeplanung
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6 Min. Lesezeit
Dr. Christian Coppeneur-Guelz
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Eine Messeteilnahme planen Sie bei großen Messen mindestens sechs Monate im Voraus. Die zehn Schritte lauten: Ziele festlegen, Budget planen, Messe auswählen, Briefing erstellen, Messebauer und Leistungsumfang wählen, Zeitplan aufstellen, Standort-Fakten klären, Auftritt kommunizieren, Personal planen sowie Leads erfassen und Erfolg messen.
Die wichtigste Frist: Strom, Reinigung, Bewachung und weitere Leistungen buchen Sie beim Messeveranstalter spätestens zwei Monate vor Messebeginn. Danach erheben die meisten Veranstalter Zuschläge.
In diesem Beitrag finden Sie zu jedem Schritt, was zu tun ist, welche Fristen gelten und wo die typischen Kostenfallen liegen. Wenn Sie mehrere Messen im Jahr planen, lesen Sie zusätzlich den Abschnitt zur Mehrfachnutzung: Dort liegt das größte Sparpotenzial.
Inhalt
Dazu: Mehrere Messen im Jahr planen · Häufige Fragen
Legen Sie Ihre Ziele fest, bevor Sie eine Messe auswählen oder einen Stand planen. Von den Zielen hängen Standgröße, Personal, Budget und die spätere Erfolgsmessung ab. Bei großen Messen sollten die Ziele einige Monate vor der Veranstaltung feststehen.
Typische Messeziele sind:
Wenn Sie schon auf Messen ausstellen, starten Sie mit einer kurzen Bilanz: Welche Messen haben Leads gebracht, welche nicht, und woran lag es? Formulieren Sie jedes Ziel messbar, zum Beispiel „80 qualifizierte Gespräche mit Entscheidern aus der Medizintechnik“. Nur so können Sie nach der Messe sagen, ob sich der Auftritt gelohnt hat.
Ein Messeauftritt besteht aus fünf Kostenblöcken. Die Standfläche ist nur einer davon: Auf Standmiete und Standbetrieb entfallen 21,2 % der Ausstellerausgaben, auf Standbau und Standservice 30,3 % (ifo-Studie im Auftrag des AUMA, veröffentlicht 2018, Daten 2014–2017).
|
Kostenblock |
Was dazugehört |
|---|---|
|
Standfläche und Veranstalterleistungen |
Flächenmiete, Strom, Wasser, Bewachung, Reinigung, Marketingpakete des Veranstalters |
|
Standbau |
Konzept, Design, Produktion oder Miete des Stands, Grafiken, Möbel, Technik |
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Logistik und Montage |
Transport, Auf- und Abbau, Lagerung zwischen den Messen |
|
Personal |
Reise, Unterkunft, Verpflegung, ggf. externes Standpersonal |
|
Kommunikation |
Einladungen, Werbemittel, Bewirtung am Stand |

Wie viel der Standbau kostet, hängt vor allem von der Bauweise ab:
Planen Sie das Budget für ein ganzes Messejahr statt für eine einzelne Messe. Wer Standkonzept und Material mehrfach nutzt, spart über das Jahr deutlich. Laufen Messen parallel, müssen Sie die doppelten Materialmengen allerdings mit einplanen.
Wählen Sie die Messe danach, wo Ihre Zielgruppe ist, nicht danach, wo Sie schon immer waren. Klären Sie dazu:
Eine Übersicht aktueller Messen bietet die AUMA-Messedatenbank des Verbands der deutschen Messewirtschaft.
Das Briefing hält fest, was Ihr Stand leisten soll. Es ist die Grundlage für jedes Angebot eines Messebauers. Je genauer es ist, desto besser passen die Angebote und desto weniger Schleifen brauchen Sie.
Ihr Briefing sollte diese Fragen beantworten:
Ein Kopf- oder Inselstand wirkt meist repräsentativer als ein Reihenstand, kostet aber mehr Fläche und braucht ein Design, das von mehreren Seiten funktioniert.

Klären Sie früh, welche Leistungen Sie selbst übernehmen und welche der Messebauer liefert. Eine professionelle Messestandplanung umfasst diese Phasen:
Nicht jeder Messebauer deckt alle Phasen ab. Planen Sie mehrere Messen im Jahr, achten Sie besonders auf die Phasen 5 und 8: Ein Partner, der Logistik und Lagerung selbst übernimmt, spart Ihnen Abstimmung und Transportwege.
Wie viel Vorlauf Sie brauchen, hängt von Größe und Ort der Messe ab und davon, ob Sie einen neuen Stand bauen oder einen bestehenden einsetzen. Für eine große Messe mit neuem Stand gilt dieser Zeitplan:
|
Zeitpunkt vor Messebeginn |
Was erledigt sein sollte |
|---|---|
|
6 Monate oder früher |
Internes Briefing steht und ist mit dem Messebauer abgestimmt; Standfläche gebucht |
|
4–5 Monate |
Konzept und Design freigegeben |
|
2 Monate |
Alle Leistungen beim Veranstalter gebucht (Strom, Reinigung, Bewachung) – danach meist Zuschläge |
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1–2 Monate |
Grafiken final, Personal und Reisen geplant, Einladungen verschickt |
|
1 Woche |
Logistik bestätigt, Standpersonal gebrieft |
Je mehr Aufgaben Sie an den Messebauer abgeben, etwa Grafikdesign oder die Anmeldung von Leistungen beim Veranstalter, desto früher sollte die Planung abgeschlossen sein.
Mit einem bestehenden Stand geht es schneller. Setzen Sie einen vorhandenen Stand erneut ein und melden Fläche und Strom selbst an, reicht es, den Stand ein bis zwei Monate vor der Messe zu finalisieren. Sind keine neuen Grafiken nötig, geht es im Notfall noch bis eineinhalb Wochen vor Messebeginn.
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Klären Sie die Bedingungen vor Ort, bevor Sie Angebote einholen. Einfahrtszeiten, Bodenbeschaffenheit oder Deckenhöhen entscheiden über die Kosten und manchmal darüber, ob ein Standkonzept überhaupt umsetzbar ist. Diese Angaben stehen oft versteckt in den Ausstellerunterlagen, sind aber genauso wichtig wie Auf- und Abbauzeiten.
Wie stark sie wirken, zeigt ein Beispiel aus der Praxis:
|
Bedingung vor Ort |
Folge für Planung und Kosten |
|---|---|
|
Am Tag vor der Messe hat nur noch der Caterer Zufahrt; Ihr Team reist erst am Vorabend an |
Ein Monteur bleibt einen Tag länger für die Standübergabe |
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Die Standfläche liegt im ersten Stock, der Aufzug ist für einige Teile zu klein |
Zwei Monteure für den Transport über die Treppe oder ein angepasstes Standkonzept |
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Ein schweres Exponat muss positioniert werden |
Ein zusätzlicher Monteur |
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Hochwertiges Parkett: kein Hubwagen, kein verklebter Teppich |
Eine Unterbodenkonstruktion statt Teppich |
Checkliste für die Ausstellerunterlagen:
Bewerben Sie Ihre Teilnahme vor der Messe auf allen Kanälen, die Sie haben. Auf der Messe konkurrieren Sie mit allen anderen Ausstellern um die Aufmerksamkeit der Besucher. Wer gezielt eingeladen wird, kommt eher.
Ihr Standpersonal prägt den Eindruck genauso stark wie der Stand selbst. Setzen Sie möglichst eigene, erfahrene Mitarbeitende ein, die Fachfragen beantworten und im Zweifel Entscheidungen treffen können. Externes Standpersonal eignet sich für Empfang und Bewirtung.
Denken Sie bei der Planung auch an diese Punkte:
Legen Sie vor der Messe fest, wie Sie Gespräche erfassen und woran Sie den Erfolg messen. Beides lässt sich auf der Messe nicht mehr nachholen.
Lead-Erfassung: Entscheiden Sie zwischen Papierbogen mit Visitenkarte und digitaler Erfassung, etwa per App oder Badge-Scanner. Digital erfasste Leads landen ohne Abtippen im CRM und können noch am selben Tag nachbearbeitet werden.
Erfolgsmessung: Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Zielen aus Schritt 1. Typische Kennzahlen sind die Zahl qualifizierter Leads, Kosten pro Lead, vereinbarte Folgetermine und der Umsatz aus Messekontakten nach sechs Monaten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Messeerfolg messbar machen.
Wer mehrere Messen oder Kongresse im Jahr besucht, spart am meisten, wenn derselbe Stand mehrfach eingesetzt wird. Ein modularer Stand wird einmal konzipiert und dann für jede Veranstaltung neu zusammengestellt: größer für die Leitmesse, kleiner für den Fachkongress.
Damit das funktioniert, braucht es drei Dinge:
Für eine große Messe mit neuem Stand mindestens sechs Monate. Leistungen beim Veranstalter müssen meist zwei Monate vor Messebeginn gebucht sein. Mit einem bestehenden Stand reichen ein bis zwei Monate.
Das hängt von Messe, Standgröße und Bauweise ab. Die Standfläche macht laut einer ifo-Studie im Auftrag des AUMA rund 21 % der Ausstellerausgaben aus; der Rest entfällt auf Standbau, Logistik, Personal und Kommunikation. Was der Standbau kostet, hängt von Fläche, Ausstattung und davon ab, wie oft Sie den Stand einsetzen.
Je nach Anbieter Beratung, Konzept und Design, Planung, Produktion oder Miete, Logistik, Auf- und Abbau sowie Lagerung. Klären Sie vorab, welche dieser Phasen im Angebot enthalten sind.
Ja, wenn Sie mehr als eine Messe im Jahr besuchen oder unterschiedliche Standgrößen brauchen. Der Stand wird einmal konzipiert und für jede Veranstaltung neu zusammengestellt. Bei einer einzigen Messe im Jahr ist ein Mietstand oft günstiger.
Bei den meisten Veranstaltern bis spätestens zwei Monate vor Messebeginn. Spätere Buchungen kosten in der Regel Zuschläge.
Sie planen eine oder mehrere Messen und wollen wissen, was Ihr Stand kosten wird? Schicken Sie uns Ihre Eckdaten. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung zu Konzept, Kosten und Zeitplan.
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